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Andrea Busse und Axel Matyba

[Photo von Andrea Busse und Axel Matyba]

Liebe Gemeinde,

Nun ist es soweit: Wir sind in Paris! Jetzt dürfen wir mitarbeiten in dieser Gemeinde, die wir beim Bewerbungswochenende nur ein bisschen beschnuppern konnten und die uns ihr Vertrauen ausgesprochen hat. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Ihnen weiterzubauen an dem, was andere vor uns aufgebaut haben.

»Lasst euch als lebendige Steine zum geistlichen Haus aufbauen!« So heißt es im 1. Petrusbrief. Es ist eine der Bibelstellen, die uns beiden sehr am Herzen liegt.

»Lebendige Steine« - das ist ein Bild, das geht eigentlich gar nicht. Ein Stein ist tot, unbeweglich, starr. Was in Stein gemeißelt ist, ist nicht zu ändern. Lebendig sein - das ist genau das Gegenteil: Da ist Bewegung drin, Dynamik. Die Menschen einer Gemeinde verändern sich immer wieder, und das bedeutet zweierlei: Zum einen ändern sich die, die da sind, zum anderen kommen immer wieder neue Menschen dazu.

Jede und jeder Neue sucht sich den eigenen Platz im Gebäude, weil nicht einfach einer durch den anderen eins zu eins ersetzt werden kann. So wandelt sich ein geistliches Haus ständig. Und im Moment wandelt sich auch diese Gemeinde, weil zur Rentrée (hoffentlich!) neue Gemeindeglieder hinzukommen, Kirchenvorsteher vor dem Sommer frisch ihren Dienst angetreten haben und nun wir als Pfarrehepaar dazustoßen. Auch wir werden unsere Akzente setzen, werden gucken, wie andere gebaut haben, welcher Baustil zur Christuskirche passt und was wir dazu beitragen können.

Lebendigkeit ist schön und gut, aber Veränderungen machen auch Angst. Wie kann man bauen mit so einem seltsamen Material wie »lebendigen Steinen«?Einen Fixpunkt muss es geben, und den gibt es auch: den Eckstein. Wenn ein Gewölbe gebaut wird, dann stützen sich die Steine gegenseitig und der Schlussstein hält alles zusammen. In diesem Stein sind die Schwerkräfte gebündelt. Wenn der Schwerpunkt nicht auf den Eckstein hin ausgerichtet ist, bricht der Bogen zusammen. Und so ist es beruhigend zu wissen, dass es bei aller Veränderung Jesus Christus ist, der unsere Christuskirche trägt und zusammen hält.

Wir als Gemeinde berufen uns auf etwas, das unveränderlich feststeht durch alle Ewigkeit hindurch: auf Gott, dessen Liebe uns Menschen gilt. Aber eine Liebesbeziehung ist immer lebendig, und so verändert sich auch die Art, wie wir unseren Glauben als Gemeinde leben und nach außen vermitteln. Das also ist die Herausforderung einer jeden Gemeinde: Dass wir alle zu einer Gemeinschaft, einem geistlichen Haus werden, in dem sich Menschen wohlfühlen und in dem sie Gottes Spuren entdecken können.

Wir freuen uns darauf, ab jetzt in der Christuskirche Paris zwei Steine unter vielen zu sein, und hoffen, dass wir unseren Platz finden, an dem wir andere entlasten, mittragen und mitgetragen werden - immer in Ausrichtung auf den, der alles zusammen hält.

Ihr Pfarrehepaar Andrea Busse & Axel Matyba

Datum der letzten Änderung
Letzte Änderung 2017-08-18, 05:15:50 (GMT)
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