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Kirchliche Trauung in unserer Gemeinde

Liebes Brautpaar,
wir freuen uns, dass Sie sich trauen lassen wollen. Um Ihnen bei aller Planung die Vorbereitung Ihrer Trauung zu erleichtern, geben wir Ihnen vorab folgende Informationen:

  1. Voraussetzungen für eine Trauung durch eine Pfarrerin/ einen Pfarrer der Deutschen Evangelischen Christuskirche

    • Voraussetzung für eine Trauung ist zunächst die standesamtliche Trauung (auf der »mairie« oder einem deutschen Standesamt): Die zivilrechtliche Trauung muss, und sei es am gleichen Tag wie die kirchliche Trauung, der kirchlichen vorausgehen.

    • Voraussetzung für eine kirchliche Trauung durch die Deutsche evangelische Christuskirche Paris ist ferner, dass mindestens einer der Brautleute Mitglied der evangelischen Kirche ist und Deutsch als Muttersprache hat. Gehört der andere Partner keiner Kirche an (ist ausgetreten), ist nicht getauft oder gehört einer anderen Religionsgemeinschaft an, kann ausnahmsweise ein Gottesdienst anlässlich einer Eheschließung gefeiert werden. Das kann nur auf ausdrücklichen Wunsch des evangelischen Partners und unter der Voraussetzung erfolgen, dass der nichtchristliche Partner keine Einwände gegen die Zeremonie hat.

    • Wenn Sie Ihren Wohnsitz außerhalb Nordfrankreichs, in der Regel in Deutschland, haben, ist ein sog. »Dimissoriale«, ein Entlassschreiben, des/ der zuständigen Pfarrers / Pfarrerin Ihres Wohnortes Voraussetzung für eine Trauung bei uns. Bitte setzen Sie sich mit dem Kollegen/ der Kollegin in Verbindung.

    • Angesichts der zahlreichen Anfragen kann unsere Gemeinde Ihnen eine Trauung nur anbieten, wenn das Brautpaar einen Lebensbezug zu ihrem Zuständigkeitsbereich Paris/Nord - und Zentralfrankreich hat : Sie wohnen in Paris oder Frankreich oder werden Ihren Wohnsitz bald dorthin verlegen, sie gehör(t)en unserer Gemeinde an, sie haben Familie oder Verwandte, denen eine Reise nach Deutschland oder anderswohin unzumutbar wäre. Dass Paris die Stadt der Liebe ist, Sie sich in Frankreich kennen oder lieben gelernt haben, oder St Tropez einen schönen Strand hat, reicht nicht aus, unsere Gemeinde um eine Trauung zu bitten. Bedenken Sie : Christen sollten ihre Ehe dort vor Gott bringen und feiern, wo sie mit Freunden, der Familie (und einer Gemeinde) leben (werden).

    • Möchten Sie nur die Christuskirche, 25 rue Blanche, für Ihre Trauung nutzen und dazu einen eigenen Geistlichen mitbringen, wenden Sie sich an unser Sekretariat, um die Konditionen und Gebühren für eine Anmietung zu erfahren.

    • Ist eine/r von Ihnen katholisch und wünschen Sie eine evangelische Trauung, verfahren wir wie bei einer beiderseitig evangelischen Trauung. Sie müssen aber wissen, dass die katholische Kirche eine solche Trauung nicht anerkennt. Sie sind nach katholischem Kirchenrecht dann nicht verheiratet und haben entsprechende Konsequenzen zu erwarten. Eine Wiederverheiratung Geschiedener lehnt die katholische Kirche ab; eine evangelische Trauung ist aber in Ausnahmefällen möglich.

    • Ist eine/r von Ihnen katholisch und wünschen Sie eine sog. ökumenische Trauung, bei der sowohl ein/e evangelische/r Pfarrer/in als auch ein katholischer Priester amtieren und sich - je nach Übereinkunft - die Stücke des Gottesdienstes teilen, gibt es zwei Möglichkeiten:

      1. Wollen Sie in einer katholischen Kirche heiraten, handelt es sich um eine katholische Trauung unter Beisein eines/r evangelischen Geistlichen. D.h. die Trauung erfolgt nach katholischem Ritus, wird beim zuständigen katholischen Priester angemeldet und in der katholischen Kirche registriert. Ihr geht in der Regel ein aus mehreren Treffen bestehendes Eheseminar (auch »Brautunterricht« genannt) voraus. In diesem Fall hält der Gast, also der/ die evangelische Geistliche, die Predigt.

      2. Wollen Sie in der Christuskirche oder einer anderen evangelischen Kirche (temple oder église luthérienne) heiraten, handelt es sich um eine evangelische Trauung unter Mitwirkung eines katholischen Priesters. Sie erfolgt nach evangelischem Ritus und wird ins evangelische Kirchenbuch eingetragen. Damit sie von der katholischen Kirche anerkannt wird und ein Priester mitwirken kann, muss der/ die katholische Partner/in zuvor über den zuständigen Priester Ihres Wohnortes beim Bischof einen sog. Dispens, eine Entbindung von der Pflicht einer katholischen Trauung, beantragen. Der katholische Kollege wird dann in der Regel die Ansprache halten.

  2. Verfahren zur Anmeldung einer Trauung

    • Lesen Sie sich zunächst diese Information aufmerksam durch und notieren Sie Ihre Fragen. Im Internet (www.evangelischekircheparis.org) oder auf Anfrage per E-Mail oder Post erhalten Sie ferner ein Informationsblatt mit dem Ablauf einer Trauung sowie ein Formular, das dem Eintrag Ihrer Trauung in unser Kirchenbuch und der Bekanntgabe in unserem Gemeindebrief dient.

    • Setzen Sie sich möglichst bald mit unserem Gemeindebüro (Tel. 0033 (0)1.45.26.79.43, mail: christuskirche@wanadoo.fr) in Verbindung und geben Sie bei der Sekretärin Ihre Terminvorstellung an, damit geprüft werden kann, ob die Kirche und welche/r Pfarrer/in zum genannten Termin zur Verfügung stehen. Meist finden Trauungen freitags nachmittags oder samstags statt. In der Karwoche vor Ostern und an Weihnachten sind keine Trauungen möglich. Vereinbaren Sie bald mit unserer Pfarrerin oder unserem Pfarrer einen ersten Gesprächstermin zum kennen lernen. In der Regel wird vor der Trauung ein zweites und drittes Gespräch folgen, um Sie umfassend zu informieren und Ihre Gestaltungswünsche zu berücksichtigen.

    • Entscheiden Sie, wenn Sie in einer konfessionsverbindenen Partnerschaft leben (s.o.), ob Sie evangelisch oder »ökumenisch« heiraten wollen.

  3. Wichtige Informationen zur weiteren Planung

    • Was kostet die Trauung?
      Die Deutsche Evangelische Christuskirche ist, wie in Frankreich üblich, eine Freiwilligkeitskirche in Form einer »association culturelle«, d.h. sie verfügt nur über sehr geringe Zuschüsse aus deutschen Kirchensteuern. Sie finanziert sich weitgehend aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und Erlösen von Konzerten. Sie ist aber eine ganz »normale« evangelische Gemeinde, insofern sie durch einen Vertrag mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) verbunden ist. Ihre Trauung hier wird also überall voll anerkannt. Wenn Sie nicht Mitglied der Christuskirche sind, erbitten wir von Ihnen eine großzügige Spende für den Dienst der/ des Pfarrerin/ Pfarrers, die Arbeit im Büro und für die Nutzung der Kirche. Gerne bescheinigen wir Ihnen Ihre Spende für die Steuererklärung. Sie ist in Frankreich wie in Deutschland steuerlich absetzbar und sollte 250 € nicht unterschreiten. Wenn Sie als Mitglied unserer Kirche regelmäßig Ihren Beitrag entrichten, ist die Trauung kostenlos. Aber auch dann freuen wir uns über eine Spende. Wenn Sie es wünschen, kann darüber hinaus am Ende des Gottesdienstes eine Kollekte für einen guten Zweck gesammelt werden, den Sie bestimmen oder den Ihnen die Pfarrerin/ der Pfarre gerne vorschlägt.

    • In welcher Sprache werden wir getraut?
      Als deutsche Auslandsgemeinde sind wir deutsch-französische Trauung gewohnt. Selbstverständlich kann der gesamte Gottesdienst in beiden Sprachen abgehalten werden, so dass Ihre beiden Familien alles verstehen. Wir raten Ihnen, die Texte und Teile, die französisch sind, jeweils deutsch in ein Programmblatt aufzunehmen und umgekehrt. Eine Auswahl deutsch-französischer Lieder stellen wir gerne zur Verfügung. Auch englische Anteile im Gottesdienst sind machbar.

    • Wie ist das mit der Musik?
      Über die musikalische Gestaltung der Trauung wird die Pfarrerin / der Pfarrer mit Ihnen sprechen. Unsere Organistin, Frau Schauerte, Tel. 01.34.53.98.24, ist international bekannt und hat bereits viele CDs aufgenommen. Sie steht Ihnen, wenn es ihr Terminkalender erlaubt, gerne für den Gottesdienst zur Verfügung und nimmt gerne Ihre Wünsche und Vorschläge entgegen. Nehmen Sie rechtzeitig mit ihr Kontakt auf. Ihr Honorar beträgt 80 €, wobei sie gerne, vor allem bei Sonderwünschen, aufrunden dürfen. Natürlich sind auch Freunde, Verwandte und von Ihnen selbst engagierte Musiker zur musikalischen Untermalung herzlich willkommen.

    • Wer ist an der Trauung beteiligt?
      Die Trauung wird von der Pfarrerin /dem Pfarrer bzw. bei einer ökumenischen Trauung dem Priester (s.o.) geleitet. Sie sprechen mit Ihnen alle Teile durch. Gerne können aber auch Freunde, Eltern, Geschwister, Verwandte, Trauzeugen und andere mitwirken, in dem sie Texte lesen, Musik machen usw. Die Trauzeugen haben übrigens, anders als in der katholischen Kirche, kirchenrechtlich keine weitere Funktion. Die Pfarrerin / der Pfarrer informiert Sie im Traugespräch näher.

    • Organisatorische Details - früh bedenken!
      Bitte denken Sie rechtzeitig an organisatorische Details der Trauung. Wir nennen hier ein Programmheft, das die Brautleute heute meist selber am Computer anfertigen und das u.a. die Lieder enthalten sollte, die Sie singen möchten. Die Pfarrerin / der Pfarrer oder Frau Schauerte beraten Sie gern und stellen Ihnen Kopiervorlagen zur Verfügung. In gewissen Umfang und wenn es die Agenda der Gemeinde ermöglicht, können Sie am Vortag oder vor der Trauung die Kirche in begrenztem Umfang schmücken. Bitte achten Sie darauf, dass sie Helfer/innen bestimmen, die den Schmuck nach der Trauung wieder entfernen. Den Altarschmuck besorgen die Brautpaare selbst, damit er zum Brautstrauß passt. Bitte geben Sie dem beauftragten Blumengeschäft einen Hinweis, rechtzeitig mit unserem Büro abzustimmen, wann das Gesteck oder der Strauß für den Altar geliefert wird.
      Übertragen Sie einem Trauzeugen die Aufgabe, die Ringe vor der Trauung abzugeben, damit sie der Pfarrer / die Pfarrerin bei der Trauzeremonie anreichen kann. Wenn Sie den Film »Vier Hochzeiten und ein Todesfall« gesehen haben, wissen Sie, was wir meinen. Bedenken Sie, dass vor der Kirche wenig Platz ist. Informieren Sie frühzeitig Ihre Gäste über Anfahrtswege und Parkmöglichkeiten (parking in der rue Pigalle um die Ecke). Im Foyer der Kirche darf kein Reis gestreut werden. Für einen kleinen (Champagner-) Empfang steht Ihnen unter Umstände ein kleiner Saal im Erdgeschoss zur Verfügung. Informieren Sie sich im Sekretariat, ob er frei ist und wie viel die Anmietung kostet. Gläser (und Champagner) müssen Sie selbst mitbringen.
      Bitte weisen Sie Fotografen und Gäste darauf hin, dass das Fotografieren mit Blitzlicht während der Trauzeremonie nicht gestattet ist. Videoaufnahmen von einem festen Standort aus sind ebenso gestattet wie unauffällige Aufnahmen ohne Blitzlicht während der Lieder oder der Predigt. Gerne können Fotos nach Ende der Trauung in der Kirche arrangiert werden.
      Rechnen Sie schließlich für die Trauung genügend Zeit bei der Planung Ihres großen Tages ein. Bedenken Sie, dass Paris meist dichten Verkehr hat. Für den Gottesdienst selbst sollten Sie ca. 45 Minuten plus 15 Minuten für Auszug und Gratulation einrechnen.

Datum der letzten Änderung
Letzte Änderung 2011-12-26, 21:27:26 (GMT)
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